PROJEKTE / INSZENIERUNGEN (AUSWAHL)

Wie hat sich der Umgang mit psychischen Krankheiten im Lauf der Zeit verändert? Was bedeutet Gesundheit heute? Ist eine Diagnose ein Stigma? Gibt es Schönheit im Wahnsinn? Darf ich alles fragen? Wo liegt die Grenze zwischen Interesse und Voyeurismus? Warum ist die Psychiatrie noch immer ein Ort, der fasziniert? Kann ich tatsächlich ausschließen, dass ich dort einmal Patient/in sein werde? Wie sicher ist der Boden, auf dem ich stehe?

Der Audiowalk führt die TeilnehmerInnen durch die Parkanlage der UPK, gibt Einblick in die Geschichte der Psychiatrie und regt eine Auseinandersetzung mit der eigenen Position an. Im Dazwischenland ist eine Kippbewegung nach jeder Seite möglich. Im Dazwischenland sind die Fragen zuhause. 

 

Konzept: Milena Meier, Eva Rottmann // Text: Eva Rottmann // Dramaturgie: Milena Meier // Sound: Victor Moser // Sprecher: Lukas Kubik // Sprecherin: Klara Manuel // Produktionsleitung: Kathrin Walde 

Ein Projekt von Firma für Zwischenbereiche in Koproduktion mit dem Wildwuchs Festival und den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel

Dank an: Unsere InterviewpartnerInnen für ihre Stimmen und die Bereitschaft, ihre Innenwelt ein Stück weit mit uns zu teilen

UA: 10.06.2017

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Was heisst es, alt zu werden in einer Gesellschaft, die immer mehr nach Verjüngung strebt? In der Leistung und Erfolg zu den wichtigsten Persönlichkeitsmerkmalen zählen? Was bedeutet es, in einer solchen Gesellschaft jung zu sein? Fängt der Stress mit dem Schulalter an und hört erst mit dem Eintritt ins Pflegeheim auf? Darf man eigentlich noch öffentlich altern? Und was halten junge Menschen von all den „jungen Alten“, die sich neuerdings an Orten tummeln, die einstmals ihrer Generation vorbehalten waren?

Fragen wie diesen ist das Team um Klaus Brömmelmeier und Sibylle Burkart in ihrer Stückentwicklung nachgegangen. DarstellerInnen sind zwei junge und zwei ältere „Laien“, die in einem Casting ausgewählt wurden und mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Blick auf das Älterwerden die Stückentwicklung stark beeinfluss haben. Die Autorin Eva Rottmann hat das Improvisationsmaterial verdichtet und mit Fremdtext angereichert. Der Musiker Thomas Rabenschlag hat mit dem generationenübergreifenden Kulturgut des Volkslieds eine musikalische Brücke geschlagen. Und die Bühnen- und Kostümbildnerin Susan Wäckerlin hat eine Ausstattung geschaffen, die so zeitlos ist wie die Grundfrage des Abends. „Brauchst du mich noch?“ ist ein generationengemischtes Rechercheprojekt, das den Versuch unternimmt, der in allen Altersgruppen verwurzelten Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Existenzberechtigung mit einem heiteren Sinn und einem Lied zu begegnen. Und ja, Sie dürfen gerne mitsingen.

 

Regie: Klaus Brömmelmeier, Sibylle Burkart // Raum: Regula Zuber // Bühne und Kostüme: Susan Wäckerlin // Musik: Thomas Rabenschlag // Text und Dramaturgie: Eva Rottmann // Mit: Yann Bartal, Selina Girschweiler, Bruno Straub-Wilhelm, Vreni Urech, Thomas Rabenschlag

UA: 19.02.2015

«Ich will nie schtärbe, nie. Ich weiss nid, Mann. Wieso schtirbt mer eigentlich. Ich schwör. Ich will immer so jung bliibe, nie schtärbe.»

 

Das Jugendzentrum Dreirosen gehört den Jugendlichen aus dem unteren Kleinbasel. Hier passieren die wirklich wichtigen Dinge: Die Freundschaften, die Kämpfe, die Küsse... Diese jungen Menschen hat die Autorin Eva Rottmann zu ihrem Leben, ihren Werten, ihren Ängsten und ihren Zukunftsträumen befragt. Das Publikum verfolgt die Soundcollage über Kopfhörer und erlebt gleichzeitig die Jugendlichen, die aus ihrem Alltag im Jugendzentrum eine surreale Traumperformance entwickeln. In einem breiten Spektrum sammeln sich Stimmen einer jungen Generation, die trotz Lernzielen, Kompetenz-Checks und Effizienzsteigerungsmassnahmen ihre Identität bewahrt.

 

Spiel: Jugendliche aus dem Jugendzentrum Dreirosen // Konzept und Regie: Eva Rottmann // Sound: Victor Moser // Ausstattung: Nora Howald (Zwischenräume) // Sprecher: Lukas Kubik // Text: James M. Barrie & Originalstimmen Jugendliche //  Oeil extérieur: Sibylle Burkart // Licht und Ton: Thomy Frey // Support Jugendzentrum: Jasmine El-Aghar, Sergej Dick, Lara Krasniqi, Jeanne Totaro, Roger Widmer

Ein Projekt von Firma für Zwischenbereiche in Kooperation mit Jugendzentrum Dreirosen und Kaserne Basel

UA: 25.09.2014

Der Sünder oder die Sünderin betritt den Beichtomat und wird von einer freundlichen Stimme empfangen. Der Beichtomatbenutzer kann sich frei und anonym mitteilen – eine Grundvoraussetzung für die angestrebte Katharsis. Die Stimme fordert nun auf, die Sünden auf das Papier fliessen zu lassen. Ist dies geschehen, so zieht man seinen Beichtzettel aus der Schreibmaschine und wirft ihn in die Stadtsündenbox, setzt dazu ein reuevolles Gesicht auf und betätigt den Auslöser der Fotokamera.

Alle „Stadtsünden“ und „Fotografien der Reue“ können später in einer szenischen Ausstellung im message salon vom 21. Juli bis 4. August 2012 visuell und akkustisch erlebt werden (Beichtomat, Teil 2). Natürlich erhält der Besucher dabei keinerlei Hinweise darauf, welche Sünde zu welchem Gesicht gehört. Man liest die Sünden, betrachtet die Fotografien und versucht sie zusammen zu puzzeln. Welchem Gesicht traut man was zu? 

Interne Mitarbeiter: Alireza Bayram, Nina Eugster, Klara Manzel, Victor Moser, Barbara Pfyffer, Eva Rottmann, Marie Ulbricht, Jeanne Werner

UA: 02.06.2012

Die Stadt als Biotop

Audiowalk im Rahmen des Festivals Zap! 2011 an der Kaserne Basel 

 

«Basel - Die unsichtbare Stadt» ist ein Hörstück für fünf Orte und einen Flaneur. Mit Kopfhörern und einem mp3-Player ausgestattet, besucht man allein oder zu zweit fünf spezifische Orte der Stadt. Die drei Touren, zwischen denen der Zuschauer wählen kann, sind von jeweils einem Autor und einem Team aus Sprechern, Sounddesignern und Musikern gestaltet worden. Sie sind eine Hommage an die Stadt und an die unterschiedlichen Facetten, in denen Basel sich uns – sichtbar und unsichtbar - offenbart. Die Autorin Eva Rottmann hat gemeinsam mit Victor Moser und Lukas Kubik einen Audiowalk erarbeitet, der die Themen Prostitution, Wohnen, Wirtschaft, Öffentliche Sicherheit, Zukunft verhandelt (Tour 1). Eine Kooperation der Kaserne Basel mit dem Stück Labor Basel, gefördert durch Migros Kulturprozent.

UA: 09.06.2011